… Sculpture



Theorie der Skulptur als Medium im 21. Jhdrt.



Vorwort für Intelektuelle



Praktiker aller Länder …




Setzt sich, so wie hier, ein mäßig erfolgreicher Künstler – obzwar nach über 30 Jahren praktischer Berufserfahrung – mit seinem Metier ausseinander und das auch noch mit dem Anspruch auf theoretische Gültigkeit, so erheben sich, nicht nur bei skeptischen Insidern, sicher manche Zweifel über den zugrundeliegenden Antrieb: Ein derartiges Unterfangen mag als sektiererische Form der Selbstrechtfertigung erscheinen: Was in der Kunst selbst nicht geleistet wurde, soll durch den theoretischen Unterbau zu einem Gelungenen überhöht werden. Immunisierung gegen Kritik und Ausweichen vor dem offensichtlichen Ungenügen sind ihre Steigerungsformen.

Das Kunstsystem ist in Unterschied z.B. zum Wissenschaftssystem in seinen Formen und Vorgehensweisen als konservativ einzustufen. Methodische Selbstreflexivität – d.h. die Fähigkeit, die eigenen Basiskonzepte auf ihre innere Stimmigkeit hin zu hinterfragen oder gar angesichts der tatsächlich erreichten Praxis zu ändern – gehört nicht (mehr) unbedingt zur Grundausstattung ihrer Protagonisten. Lieber versucht man, dem ‘Kunden’ etwas zu verkaufen. Die beliebig einwechselbaren Künstler erscheinen dabei schon als ausreichende Garanten für die Abwechslung im Spiel. Und wie im Fußball sind die Statements zur erfolgreichen Durchsetzung einer individuellen Position oder einer neuen Richtung – heute Malerei, gestern Zeichnung und morgen Medien oder Soziales – nichts anderes als nachgereichte Textbausteine, die ihre Tauglichkeit zur Trübung der Blicke längst schon bewiesen haben.

Die aktuell tonangebenden Sammler schmücken sich mit den erfolgreichen Ikonen des Kunstmarktes, deren Ranking ihre aktive wie passive Aufmerksamkeit gilt, auf dem Weg hin zur Stiftung für das ‘neue’ Museum – möglichst aus Steuergeldern errichtet! Dass das längst keine Geste der reinen Selbstlosigkeit mehr ist, sondern die Kaschierung einer meist sorgfältig geplanten Inszenierung, wissen Macher und ‘zufällige’ Kenner, nicht aber weite Teile der geneigten Öffentlichkeit. Sie begnügt sich mit dem Spektakel und dem dabei an- bzw. abfallenden Sozialprestige – Jeder kann sein Urteil selbst treffen!
Sicher läßt sich in diesem Spektakulären auch manches an Eindrücken, weiterführenden Erlebnissen und Erkenntnissen gewinnen für den neugierigen und ‘hungrigen’ Einzelnen:
Genauso wie die Luhmannsche Bestimmung der (sozialen) Funktion des Kunstsystems als ‘Stiftung von Kommunikationsanläßen’ manches, die bestehenden Einsichten vertiefende Gespräch meinen kann, ohne jedoch fragen zu müssen, ob das Geraune über Wert und Trend nicht nur an der Sache vorbeigeht, sondern u.U. den Blick auf sie völlig verstellt.

Dass bei der Bemühung um die Sache – hier die Skulptur – allgemeine Polemik kein Garant neuer Erkenntnisse sein kann … ist somit auch geschenkt!
Die geschilderte Situation stellt vielmehr den Hintergrund da, aus dem – anfangs aus durchaus auch fragwürdigen Motiven und Haltungen – die intensive und langdauernde Beschäftigung mit der Skulptur sich speiste, vielleicht als die mir einzig mögliche Form der Selbstvergewisserung.




Vorwort für Praktiker



Jeder kann sein Urteil selbst treffen!




In 7 Sondierungen im Feld der Skulptur versuche ich weder, eine aus der Praxis abgeleitete Theorie zu formulieren noch letztere der ersten überzustülpen.
Ich sehe in dem Hin und Her zwischen beiden, über längere Zeiträume hinweg, in der dadurch sich entfaltenden Vielfalt ihrer möglichen Verknüpfungen, Überschneidungen und Durchdringungen, verbunden mit einer Verortung beider im Feld der Medien, eine zwar ‘fehlbare’, aber auch Resultate erbringende Methode, die ich auf diesem Wege der Überprüfung durch andere ‘Praktiker’ aussetzen möchte.



Inhalt:




1.Sondierung:
Die relative Ausgangslage – GLAUBEN

2.Sondierung:
Aufrisse – Perspektive – Geometrien – Falten – DENKEN

3.Sondierung:
Die schlechte Auftragslage – BEGEHREN

4.Sondierung:
Travail automatique – HANDELN

5.Sondierung:
Randgänge – LOOP

6.Sondierung:
⊕⊖ GEWINN

7.Sondierung:
⊖⊕ VERLUST


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